Alle Eltern kennen sie: die Trotzphase. Zu Beginn des zweiten Lebensjahres entdecken Kinder ihren eigenen Willen und ihre Persönlichkeit. Mit diesem Entwicklungsschritt beginnt dann auch die Trotzphase. Je nach Charakter des Kindes kann sie mal mehr mal weniger heftig sein. In diesem Artikel habe alle Tipps & Tricks zusammen getragen, um diese erste schwierige Phase möglichst schadlos zu überstehen. Aber zuerst werfen wir mal einen Blick auf die Trotzphase an sich.

Was ist die Trotzphase? Die Trotzphase findet bei Kindern zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr statt (manchmal auch bis ins sechste). Diese Phase wird auch Autonomiephase genannt, weil das Kind sich hier als Persönlichkeit kennenlernt und seinen eigenen Willen entwickelt. In der Folge will es Entscheidungen selbst treffen, Dinge tun und beeinflussen und dies möglichst alleine und ohne die Eltern. Da sie aber bei Entscheidungen und Handlungen die Konsequenzen noch nicht abschätzen können und andere Handlungen wiederum gegen den Willen der Eltern laufen, kann und wird nicht alles nach ihrem Willen laufen. In der Folge entstehen Frust und Wut, die sich in den berühmten Tobsuchtsanfällen, Wutausbrüchen und Trotz äußern.

Wofür ist die Trotzphase gut?

Die Trotzphase ist wie zuvor beschrieben die Folge eines kognitiven Entwicklungsschritts. Das Kind entdeckt seine eigene Persönlichkeit und seinen Willen und will diesen in der Folge auch umsetzten. Es erkennt in diesem Moment zwar sich, ist aber noch nicht mit der begrenzenden Umwelt und anderen Personen vertraut. Umwelt und andere Personen werden ein Leben lang die eigene Entfaltung in einem bestimmten Maß begrenzen. Einfach gesprochen, man bekommt im Leben nicht immer seinen Willen und auch nicht sofort.

Die Beschränkung der eigenen Entfaltung und des eigenen Willens hat immer etwas frustrierendes und lässt die Emotionen steigen. Damit Kinder später nicht als Erwachsene nicht alles kurz und klein hauen, müssen sie lernen mit ihren Emotionen umzugehen, Geduld zu entwickeln und eine Frustrationstoleranz. All dies können sie nicht von Beginn an, sondern sie müssen es langsam lernen. Hierzu dient die Trotzphase. Während dieser Phase kommen Kinder immer wieder an ihre eigenen körperlichen und emotionalen Grenzen und an die Grenzen, der sie umgebenden Personen. Je nach Charakter werden sie dann zu Beginn der Phase vollkommen von den Emotionen übermannt und lernen erst nach und nach diese zu kontrollieren und auszuhalten. Für die eigene Entwicklung zu einem Menschen, der sich sicher in einer Gemeinschaft bewegen kann, ist dieser Lernprozess unerlässlich und wichtig.

Wie man die Trotzphase übersteht – die besten Tipps für Eltern

Zum Thema Trotzphase gibt es hunderte Studien, Bücher und Untersuchungen und noch mehr Meinungen. Jeder Experte und jedes Elternpaar hat seine eigenen Ansichten und Tricks, um dem Trotz und den Wutausbrüchen Herr zu werden. Für jeden funktionierenden Tipp, gibt es mindestens ein Elternpaar oder Kind oder Situation, in der dieser mit Sicherheit nicht funktioniert. Deshalb starte ich an dieser Stelle gar nicht erst den Versuch, die alleinige Wahrheit oder DEN ultimativen Weg herauszustellen. Stattdessen möchte ich an dieser Stelle alles zusammentragen, was es an Hilfe oder Tipps zu dem Thema gibt, ohne eine punktuelle Bewertung vorzunehmen. So kann sich jeder das herausnehmen, was für einen selbst, den Erziehungsstil oder die persönliche Situation am passendsten erscheint.

Diese Liste kann und wird nie ganz vollständig sein und wird auch in der Tiefe Schwächen haben. Wenn Ihr dennoch Ergänzungen oder Tipps habt, dann benutzt fleißig die Kommentarfunktion. Ich werde versuchen die Liste dann sukzessive auszubauen und zu ergänzen.

1. Nicht persönlich nehmen

Kein Kind in der Trotzphase möchte seine Eltern ärgern. Auch ein „Papa ist doof!“ oder „Mama geh weg!“ ist der Situation geschuldet und nicht der Person. Auch hat ein Wutausbruch nichts mit der Erziehungsqualität zu tun. Bezieht sich der Wutanfall auf das „falsche Essen“, so sind es auch nicht die eigenen Kochkünste, die in der Kritik stehen. Es sind noch nicht kontrollierte Emotionen, die man ernst aber nicht persönlich nehmen sollte.

2. Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl

Auch wenn es nicht immer leicht ist. Versuche Dich in die Situation des Kindes rein zu versetzen. Kann man den Frust verstehen? Kann man eventuell trösten oder unterstützen? Eventuell ist das Problem leicht mit ein wenig Verständnis und Einfühlungsvermögen aus der Welt zu schaffen.

3. Zuneigung spenden

Ein zorniges, wütendes Kind sendet selten die Botschaft: Nimm mich in den Arm! Doch oft ist es genau das, was gebraucht wird um dem emotionalen Sturm zu entkommen. Biete Deinem Kind Zuneigung statt Ablehnung und nimm es in den Arm.

4. Kinder ausprobieren lassen

Loslassen ist für viele Eltern schwer. Aber in der Autonomiephase wollen Kinder genau das, sich ausprobieren und etwas alleine schaffen. Gib Deinem Kind Raum sich auszuprobieren und Erfolgserlebnisse zu haben. Auch wenn die Leiter auf dem Spielplatz vielleicht gefährlich aussieht, wo wenn nicht im Sandkasten soll es mal seine Grenzen testen.

5. Gefühlen einen Namen geben

Die emotionale Achterbahn der Trotzphase verwirrt ein Kind. Alles ist neu und unbekannt. Daher ist es wichtig, das jeweilige erlebte Gefühl im Nachgang zu erklären und einzuordnen. So lernt das Kind was es gerade erlebt hat und versteht wenn es wieder erlebt. „Der Turm ist umgefallen und das macht dich jetzt traurig.“

6. Verständnis zeigen und Alternativen bieten

Zeige Verständnis für die Ursache der Frustration und zeige eine Lösung dafür auf. „Schau, wir bauen den Turm wieder zusammen auf und machen ihn stabiler, damit er nicht mehr umfällt.“

7. Keine Strafen

Die Frustration einer Situation und die daraus resultierenden Emotionen beschäftigen das Kind schon zu genüge. Strafen und Sanktionen als Konsequenz der Eltern auf das Verhalten verschlimmern die Situation nur zusätzlich, da das Kind Ursache für die Situation ja nicht im eigenen Verhalten, sondern in der Ursache für die Frustration sieht. Die Frustration hat es aber nicht verursacht, sondern die kam von außen. Strafen sind hier kontraproduktiv.

8. Nicht Schimpfen

Schimpfen hilft weder dem Kind noch der Situation. Maximal gibt es den Eltern das Gefühl etwas getan bzw. erzogen zu haben. Lasst es! Schimpfen steigert nur die Frustration auf allen Seiten und verlängert ggf. den Trotzanfall unnötig.

9. Das Kind ablenken

Bei einem Wutanfall in der Trotzphase sind Kinder oft in der Situation und mit ihren Emotionen gefangen. Sie schaffen es dann nicht immer sich aus dieser Situation zu befreien und steigern sich immer mehr hinein. Anstatt das Problem oder die Situation selbst anzugehen und zu lösen, kann es helfen sie durch eine andere zu ersetzen. Das Kind mag Hunde? Von der widerspenstigen Schaukel kann dann ein Verweis auf das nahe Hundegebell und die anschließende gemeinsame Suche nach dem Urheber ablenken.

10. Ein Vorbild sein

Zeig Deinem Kind, wie Du mit Deinen Emotionen umgehst. Benenne in einer Situation, die Dich ärgert, den Grund und das Gefühl und wie Du damit umgehst. „Sowas, jetzt ist mir das Messer unter den Tisch gefallen und ich hab mir den Kopf gestoßen! Da muss ich mich aber jetzt mal doll schütteln, so wütend bin ich darüber!“

11. Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Sauer macht lustig! Also warum dem Wutzwerg nicht mit Humor begegnen. Der Teller fliegt unter den Tisch und Papa verschwindet daraufhin mit dem eigenen Teller auch unterm Tisch. Das verdutzte, eben noch wütende Kind muss sich dann erstmal die neue komische Situation erklären, und kommt aus der Wutbox heraus.

12. Konsequent und klar sein

Wenn es eine Regel gibt dann muss man diese gerade in der Trotzphase konsequent beibehalten. Kein heute so und morgen so. Klar und deutlich bei einer Regel bleiben und diese nicht ändern. Weinen und trotzen darf nicht zum Erfolg führen, wenn eine Regel zuvor feststeht und klar vertreten wird. Das ist wichtig, damit sich das Kind an diesen Grenzen orientieren kann, sonst lernt es Trotz als Einflußfaktor kennen.

13. Die richtigen Schlachten wählen, um den Krieg zu gewinnen

Die Regeln, die man hat, sollte man konsequent einhalten. In der Trotzphase sollte man aber auf allzu pedantische Regeln von vornherein verzichten. Der Krieg (die Trotzphase) kann lang sein, und man sollte seine Energie dort einbringen, wo es einem wirklich wichtig ist. Ob es abends nur Wurst oder auch Marmelade gibt, entscheidet nicht den Krieg, aber ggf. ob man in Ruhe essen kann.

14. Das Kind ernst nehmen

Nicht alles was für ein Kind wichtig ist, ist auch für einen Erwachsenen nachvollziehbar. Eine Naht am Socken, die an der Ferse zwickt, ist für Eltern unerheblich. Für ein Kind im emotionalen Ausstand kann es eine Riesenbedeutung haben. Ein Kind ist in dieser Phase emotional unsicher und braucht Halt. Indem man das Kind auch in seinen scheinbar unwichtigen Situation ernst nimmt, fördert man dessen Selbstsicherheit und den eigenständigen Umgang damit.

15. Kompromisse eingehen

Wie bereits bei den Schlachten erwähnt, braucht es nicht allzu pedantischer Regeln im Vorfeld, und so sollte man auch eine generelle Kompromissbereitschaft mitbringen. Wenn es niemandem weh tut, warum sollte ein Kind dann nicht den grünen Pulli auf die rosafarbenen Strumpfhosen anziehen? Das eigene ästhetische Empfinden sollte hier dem Kompromiss nicht im Weg stehen.

16. Nicht zu viele Alternativen bieten

Auch wenn man Alternativen zum aktuellen Problem bieten sollte, so ist ein generelles Anbieten von zu vielen Alternativen und Optionen kontraproduktiv. Kinder in dieser Entwicklungsphase lernen erst, dass sie Entscheidungen treffen können. Die Tragweite der jeweiligen Entscheidung überfordert die Kleinen aber oft. Milch oder Saft? Die Entscheidung fällt auf die Milch und sobald sie eingegossen wurde, wird vehement der Saft gefordert. Weniger ist hier mehr.

17. Geduld haben

In der Trotzphase wollen Kinder sich ausprobieren. Das klappt dann oft nicht beim ersten Mal. Hier sollte man viel Geduld haben und nicht eingreifen und so das Kind frustrieren.

18. Freiheiten lassen

Mit der Geduld geht die Bereitschaft einher, Freiheiten zu lassen. Überwacht nicht jede kleine Aktion Eures Kindes. Gebt Ihnen das Gefühl dass sie sich teilweise selbstbestimmt ausprobieren können.

19. Keine leeren Drohungen

Drohungen sollten eigentlich sowieso nicht unbedingt Teil der Erziehung sein. Leere Drohungen schon gar nicht. Zum einen untergraben sie Konsequenz und Glaubwürdigkeit und zum anderen schaffen sie ein Gefühl der Angst.

20. Keine leeren Versprechungen

Den Frust steigern können auch leere Versprechungen. „Wenn Du lieb bist, fahren wir nachher in den Zoo.“ , obwohl dieser geschlossen ist. Sowas beschädigt in dieser Entwicklungsphase das Vertrauen und sorgt für Frust, da sich Kinder nun vermehrt alles merken und dann einfordern.

21. Gewaltfrei bleiben

Auch wenn das Kind wütet, tobt und um sich schlägt. Gewallt gehört auch in diesen Situationen nicht zu den Erziehungsmitteln.

22. Grundregeln abstimmen

Das Kind braucht in der Trotzphase vor allem Verlässlichkeit der Grenzen, damit es sich an diesen austesten kann. Es ist daher wichtig, dass alle in seinem Umfeld einen gemeinsamen Rahmen stecken. Gehören Großeltern oder Erzieher*innen zu diesem Umfeld, so sollte man in diesem Kreis gemeinsame Grundregeln abstimmen, damit das Kind seine Erwachsenen als Gemeinschaft mit gleichen Werten wahrnimmt und sie nicht gegeneinander ausspielt.

23. Sich als Eltern einig sein

Um Grundregeln für das Umfeld festlegen zu können, muss sich natürlich der enge Kreis bereits einig sein. Eltern sollten nicht mit zwei Stimmen sprechen.

24. Der Schnuller als Notschalter

Das gilt natürlich nur für Schnuller-Kinder und torpediert ggf. die schnelle Schnullerentwöhnung. Jedoch kann es bei extremen Wutanfällen wie ein Notausschalter wirken. Der Schnuller kann das Kind aus dem Status der absoluten Verunsicherung emotional in einen Zustand der Sicherheit zurückholen. In manchen Situationen weiß man einen solchen Schalter zu würdigen.

25. Strukturierter Alltag

Spontane Entscheidungen unter Zeitdruck führen zu Konflikten. Ein gut strukturierter Alltag hilft, diese Konflikte zu um gehen. Rechtzeitiges Aufstehen, feste Abläufe und ggf. die Kleidung nicht spontan am Morgen heraussuchen, sondern am Abend zuvor herauslegen. All das kann Zeit sparen und Druck aus den jeweiligen Situationen nehmen.

26. Rituale

Im Kleinkindalter helfen Rituale an vielen Stellen. So auch bei Konfliktherden in der Trotzphase. Viele Ausraster sind einer Verunsicherung geschuldet. Feste Rituale geben Sicherheit. Ein Einschlafritual, welches bereits vor Beginn der Trotzphase initialisiert wurde, kann einem die ein oder andere ungemütliche Situation beim Zu-Bett-Bringen ersparen.

27. Zwischenschritte machen

Das Kind möchte vieles Alleine und kann es meist noch nicht. Omas Porzellanteller zum Tisch tragen und diesen decken? Scherben sind vorprogrammiert. Ein Verbot oder Unterbinden führt zum Streit. Warum nicht das Besteck anbieten, wenn das klappt die erste Untertasse. Schritt für Schritt.

28. Trösten

Auch wenn man selbst die Gründe für einen Wutanfall nicht nachvollziehen kann oder möchte. Man sollte dennoch Verständnis zeigen und das Kind trösten. So hilft man dem Kind mit der neuen Erfahrung besser umzugehen.

29. Nein sagen

Nein sagen gehört zum Lernprozess dazu. Wenn Ihr als Eltern etwas klar nicht möchtet, dann sagt klar und deutlich nein und bleibt dabei. Nach einem möglichen Wutanfall, wenn sich die Wogen geglättet haben, kann man dann versuchen dem Kind das nein zu erklären – nicht während des Wutanfalls.

30. Rausgehen

Schlagen einem Emotionen entgegen, reagiert man oft selbst emotional. Was die Situation mit einem trotzenden Kind aber am wenigsten Braucht, sind noch mehr Emotionen. Ist man selbst oder das Kind mit der Situation überfordert, kann es helfen diese aufzulösen, in dem man sie verlässt also bspw. kurz in den Nebenraum oder ähnliches geht.

31. Die eigenen Ängste nicht übertragen

Lassen sie dem Kind die lange Leine, um sich auszuprobieren. Die eigenen Ängste sollten nicht Maßgabe sein, da sie oft ein „Nein“ an Stellen bedeuten, an denen ein „Probier’s“ angebracht wäre

32. Trotz-Quellen meiden

Kommt es beim Einkauf immer zu schlimmen Szenen, weil x oder y nicht gekauft wird? Erledige den Einkauf ohne das Kind oder benutze andere Wege im Supermarkt. Spare Dir und dem Kind Kraft und Nerven.

33. Ruhe bewahren

Selbst ruhig bleiben. Wer Ruhe ausstrahlt, kommt schneller zum Ziel, als mit Gegenschreien.

34. Sanft festhalten

Manche Kinder sind in einem innerlichen Kampf und suchen nicht nur emotionalen Halt, sondern auch körperlichen halt. Eine sanft angebotene Umarmung kann das Kind aus seiner Wut lösen.

35. Kein Zwang

Was bei manchen Kindern hilft, wehren andere komplett ab. Wenn das Kind keine Nähe wünscht, sollte man ihm diese nicht aufzwingen, sondern das Kind für sich lassen.

36. Nicht Einreden

Nicht nur zwanghafte körperliche Nähe wehren manche Kinder ab. Unentwegtes Einreden kann auch kontraproduktiv sein. Leise, ruhig und bestimmt kurz mit dem Kind reden, es nicht ignorieren, aber ihm gleichzeitig auch seinen Raum lassen, kann helfen die Wut zu überwinden.

37. Nicht selbst emotional werden

Eigene Emotionalität verschlimmert eine Situation noch mehr. Der Erwachsene sollte in der Lage sein die eigenen Emotionen zu kontrollieren und ruhig und gelassen mit der jeweilgen Situation umgehen.

38. Weniger Aufmerksamkeit

Schenkt der Situation bzw. dem Wutausbruch so wenig Aufmerksamkeit wie möglich. Nehmt ihm dadurch die Bedeutung und vor allem macht es nicht größer, als es ist. Sonst kann es sein, dass das Kind es als Möglichkeit begreift durch Schreien und Toben gesicherte Aufmerksamkeit zu erlangen.

39. Erklären (nach dem Anfall)

Nach einem überstandenen Trotz- oder Wutanfall sollte man versuchen mit dem Kind die Situation zu besprechen. Warum war es gerade so, wie es war? Das hilft dem Kind beim Verarbeiten der Situation und dem zukünftigen Umgang mit ähnlichen Emotionen.

40. Müdigkeit, Hunger & Co. ausschließen

Manchmal ist man auch als Erwachsener in der Situation so gefangen, dass man den Blick für die eigentliche Ursache verliert. Da Kind wütet und tobt wegen dem Wurstbrot, aber das liegt doch eigentlich auf dem Teller. Wo ist das Problem? Das Problem ist dann vielleicht ein ganz anderes. Es ist kurz vor der Bettzeit und das Kind ist bereits müde. Eventuell ist es dann besser von weiteren Aktionen abzusehen und den direkten Weg ins Bett zu suchen

41. Feste Bettzeiten

Veränderungen führen zu Unsicherheit, feste Abläufe zu Sicherheit. Feste Bettzeiten sollten insbesondere während der Trotzphase strikt eingehalten werden.

42. Wut verarbeiten lassen

Anstelle das Kind mit seiner Wut alleine zu lassen, zeigt ihm Möglichkeiten, wie es diese herauslassen kann. Ein Kissen kann bspw. verprügelt werden und das ganze löst sich in einem Gelächter auf.

43. Nicht ausweichen oder nachgeben

Wenn der Erwachsene eine feste Haltung zu etwas hat, sollte er an dieser Stelle nicht schwammig werden oder ausweichen, sondern die Situation konsequent durchstehen. Auf keinen Fall sollte bei einem Trotzanfall dann nachgegeben werden.

44. Dritte ignorieren

Vielen Eltern ist es unangenehm, wenn das Kind in der Öffentlichkeit trotzt. Damit schnell wieder Ruhe ist, wird dem Kind dann nachgeben. Das lernt das Kind bzw. es stellt fest, dass sich die Eltern in Anwesenheit Dritter anders verhalten. Lasst das nicht zu! Ignoriert die Anwesenheit von Fremden und bleibt immer Eurer Linie treu.

45. Mit anderen Eltern austauschen

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Der Austausch mit anderen Eltern hilft zu verstehen, dass es sich um eine normale Phase handelt, die alle früher oder später betrifft.

46. Mit dem/der Erzieher*in sprechen

Nutzt den Erfahrungsschatz Eurer Experten. Zum einen kennen sie das Kind und zum anderen haben sie den äußeren Blick und können ggf. neue Impulse setzen.

47. Trotzphasen „planen“

Legt Euch im besten Fall einen Plan zurecht, wie Ihr mit einem Wut- oder Trotzanfall umgehen wollt. Wenn man weniger überrascht in eine Situation geht, kann man besser damit umgehen.

48. Die Wut personifizieren – das Wutmonster

Diverse Bücher auf dem Markt arbeiten mit einer Personifizierung der Wut. Ob es das kleine Quengelmonster oder auch die Motzkuh ist. Die Personifizierung hilft Kindern die neue Erfahrung greifbar zu machen und als kontrollierbar wahrzunehmen. Man kann dann gemeinsam die Wut externalisieren und vom Kind lösen, um sie dann gemeinsam zu verjagen. „Weg mit der Motzkuh!“

49. Nicht DEN Fehler suchen

Ein häufiger Fehler von Eltern ist es, DEN Fehler zu suchen, der zu dieser Situation geführt hat. Man möchte gewisse Situationen vermeiden und identifiziert die mögliche Ursache, nur um festzustellen, dass sie sich beim nächsten Mal komplett anders darstellt. Es gibt nicht den einen Fehler, sondern es ist ein komplexes Zusammenspiel aus Situation und Emotion.

50. Keine Diskussionen

Da Reden während eines Wutanfalls nichts bringt, da es nicht zum Kind durchdringt. Bringt es auch nichts über die Ursache zu diskutieren. Kinder in der Trotzphase sind die härtesten Verhandler und weichen keinen Schritt zurück. Die Regel lautet, wer zuerst argumentiert, verliert.

51. Ängste wahrnehmen

Manche Situation ist aber auch nicht dem Trotz geschuldet, sondern einer möglichen Angst. Will ein KInd nicht ins Bett, kann man fälschlicherweise den Trotz verantwortlich machen. In Wahrheit hat es aber Angst, weil der Kita-Freund etwas Schauriges erzählt hat und ein Nachtlicht wäre die eigentliche Lösung.

52. Rationalität hinten anstellen

Wut- und Trotz lässt sich nicht immer rational begründen. Es ergibt nicht immer einen Sinn, warum ein Kind ausflippt. Steht gelassen darüber und stellt die eigene Rationalität hinten an.

53. Regeln, Verbote und deren Anlässe minimieren

Regeln und Verbote führen oft zu einem „Nein“ und somit zum Frust beim Kind. In der Trotzphase sollte man daher versuchen die eigenen Regeln auf ein Minimum zu begrenzen. Verbiete am besten nur solche Dinge, die du auch dann durchhältst, wenn du dafür einen Trotzanfall riskierst.

54. Kindgerecht sprechen

Lange Erklärungen und Vorträge dringen selten zu einem Kind durch. Erklärungen von Regeln und Verboten sollten kurz, prägnant und für das Kind verständlich sein.

55. Verlässlichkeit und Berechenbarkeit

Bleib gerade im Umgang mit Deinem Kind bei einer Linie. Nichts verwirrt mehr als unterschiedlich Umgang mit derselben Situation. Verlässlichkeit und Berechenbarkeit bieten Sicherheit. Davon braucht das Kind in der Trotzphase am meisten.

56. Situationen zum Selbstmachen anbieten

Das Kind will viel alleine machen und ausprobieren. Wenn es sich dies immer selbst sucht, ist die Gefahr groß, dass es zum Konflikt kommt. Alternativ kann man ihm gezielt Dinge und Situationen anbieten, in denen es selbständig sein kann und das Tempo vorgibt, ohne dass der Erwachsene von vornherein dagegen ist.

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Tipps für die Trotzphase
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Tipps für die Trotzphase
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Mit dem zweiten Lebensjahr beginnt die Trotzphase bei Kindern. Hier finden sich Tipps & Tricks, um sie möglichst schadlos zu überstehen.
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